Das Diakoniewerk Bethanien schliesst Lücke in der Therapie und Versorgung junger Frauen

Gründung einer therapeutischen Wohngruppe mit fachlich hochstehender essstörungsspezifischer Betreuung in der Schweiz. Die Beratungs- und zuweisende Triagestelle in Zürich ist ab sofort eröffnet.

Das Diakoniewerk Bethanien gründet unter dem Namen „power2be Bethanien" eine therapeutische Wohngruppe für junge Frauen, die an Essstörungen leiden. Das „sleep over" Angebot setzt da an, wo bislang eine Lücke in der sozialen Versorgung in der Schweiz besteht.

„power2be Bethanien" bietet jungen Frauen ab einem Alter von 18 Jahren, in Ausnahmefällen ab 16 Jahren, ein Zuhause auf Zeit an und möchte die jungen Frauen in ihrem Heilungsprozess unterstützen. Der individuelle Tagesablauf soll unabhängig davon beibehalten werden.

Als gemeinnütziger Verein 1911 in Zürich gegründet, verfolgt das Diakoniewerk Bethanien das Ziel, sozialdiakonische Projekte zu fördern und entsprechende Institutionen zu führen. Fredy Jorns, Direktor des Diakoniewerks Bethanien: „Das Diakoniewerk Bethanien hat sich auf die Fahne geschrieben, da Angebote zu schaffen, wo im sozialen Bereich Versorgungsbedarf besteht. Mit power2be Bethanien schaffen wir ein neues Angebot, das Frauen mit Essstörungen eine Anschlusslösung an den Klinikaufenthalt und anderen die Möglichkeit bietet, Ihre Zukunft zu klären."

Dr. Erika Toman, Psychologin und therapeutische Leiterin von „power2be Bethanien": „In meiner Arbeit mit Patienten kommt es oft zu der Frage: Wie jetzt weiter? Tagsüber geht es den Patienten noch einigermassen gut, sie bewältigen Ihren Alltag, ob in der Schule, im Beruf oder bei der Familienarbeit sehr gut, aber die Zeit danach wird zur Qual. Stationäre Betreuung: Ja oder Nein? Die Patienten benötigen mehr als nur ambulante Massnahmen, aber weniger als eine Hospitalisation. Sie brauchen eine auf sie spezialisierte Begleitung, die sie gleichzeitig in der Verwirklichung Ihrer Lebensziele unterstützt. Gerade die jungen Frauen, wollen ihre Matur machen, ihre Ausbildung vorantreiben. Durch „power2be" können Sie sich gleichzeitig Ihrer Genesung und ihren beruflichen Zielen widmen. Und all das in einem schönen, ländlichen Umfeld, das verkehrstechnisch gut angebunden ist."

Wie sieht das Angebot aus? Nach ihrem gewohnten Tagesablauf finden die Frauen im „power2be" eine Gemeinschaft und fachliche Unterstützung vor: Gemeinsames Kochen und Essen, über den Tag sprechen, Natur erleben, bei Yoga entspannen, aber auch Therapiemöglichkeiten wie Psycho-, Physio- und Ergotherapie bieten professionelle und liebevolle Begleitung auf dem Weg zu einem neuen Lebensgefühl und gesundem Essverhalten. Zeitlich sind, je nach Indikation, Aufenthalte von 3 Wochen bis 12 Monaten möglich. Intensive Angehörigenarbeit mit Besuchswochenenden und bei Bedarf die Unterstützung durch einen Sozialarbeiter sowie durch einen Seelsorger runden das Angebot ab. In der Startphase sind 8-12 Plätze angedacht, später sind bis zu 40 Plätze denkbar.

Déborah Rosenkranz, Mitinitiantin und Botschafterin von „power2be Bethanien" und Sängerin: „Ich habe in meiner Jugend selbst eine langjährige, intensive Essstörung durchlebt. Heute bin ich geheilt davon und nutze die Bühne als Plattform, um über meine eigene Erfahrung zu sprechen. Dadurch komme ich mit sehr vielen hilfesuchenden Betroffenen in Kontakt. Mein Traum war es, einen Ort zu schaffen, an dem diesen Frauen professionell und liebevoll geholfen wird, wo sie neue Kraft und Hoffnung schöpfen können. Durch die Zusammenarbeit mit dem Diakoniewerk Bethanien wird dies nun wahr. Darüber bin ich sehr glücklich."

Die Triagestelle in Zürich ist die Anlaufstelle für betroffene Frauen, die sich für das Angebot von „power2be Bethanien" interessieren und nach Beratung suchen. Fachleute schätzen ein, ob ein Aufenthalt in der Wohngruppe sinnvoll ist oder ob andere Therapieeinrichtungen besser den Bedürfnissen entsprechen.

Kontaktdaten Triagestelle „power2be Bethanien"
Forchstrasse 132, 8032 Zürich
Telefon: 043 499 12 19
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, gemäss telefonischer Voranmeldung.

Das Diakoniewerk Bethanien
Das Diakoniewerk Bethanien ist ein gemeinnütziger, privater Verein mit Sitz in Zürich. 1911 mit Eröffnung des Spitals und der Krankenpflegeschule am Zürichberg gegründet, stellt es die liebevolle Betreuung von Menschen in das Zentrum seines Schaffens. Auf Basis einer modernen diakonischen Kultur und einer über hundertjährigen Erfahrung in Pflege und sozialem Engagement, erweitert der Verein stetig das soziale Versorgungsnetz. Heute sind 330 professionelle Spezialisten in den Bereichen Alterspflege und -wohnen, Palliativpflege, Tagesbetreuung für Kinder, Schutz für Mutter und Kind, Pflegeausbildung, Therapie und Wohnen für Essstörungen sowie Gastronomie tätig. Weitere Informationen unter www.bethanien.ch

Finanzierung des Angebots „power2be Bethanien" und des Diakoniewerks
Ziel ist es, dass „power2be Bethanien" sich langfristig selbst tragen kann. Eine Tagespauschale für das betreute Wohnen finanzieren die Patienten nach Möglichkeit selbst. Ergänzend soll die Stiftung „Impact Bethanien" über Fundraising Mittel beschaffen, um Aufenthalte zu subventionieren. Zudem übernimmt das Diakoniewerk Bethanien die Defizitgarantie für die nächsten Jahre. Krankenkassen bezahlen medizinische und therapeutische Leistungen durch entsprechende Fachpersonen, die durch vorhandene Grund- oder Zusatzversicherungen abgedeckt werden können.

Grundsätzlich erhält das Diakoniewerk Bethanien keine Unterstützung von der Stadt oder dem Kanton Zürich. Seine Betriebe finanziert der Verein vollumfänglich selbst. Dr. Erika Toman: Die Fachpsychologin für Psychotherapie FSP leitet das ambulante, multidisziplinäre KompetenzZentrum für Essstörungen und Adipositas in Zürich, ist Präsidentin des Expertennetzwerks Essstörungen Schweiz, sowie Buchautorin. Des Weiteren ist sie Dozentin an der ETH und der Universität Zürich. Neu übernimmt sie die therapeutische Leitung des Projektes „power2be" des Diakoniewerks Bethanien.

Die Mutter von vier Töchtern hat sich schon immer für das Thema Entwicklungspsychologie interessiert. Besonders beschäftigt sie immer wieder die Frage: Wie kann man sein eigenes Potential nutzen und dafür einen Platz in der Gesellschaft finden. Die heutige Problematik von Essstörungen spiegelt in ihren Augen den Zeitgeist wieder, Sinnfragen und existenzielle Unsicherheiten sowie Selbstzweifel auf das Gewicht, den eigenen Körper und damit auf das Essen zu projizieren. Weitere Informationen im separaten Anhang oder unter: www.essstoerungen-adipositas.ch, www.netzwerk-essstoerungen.ch

Deborah Rosenkranz
Die 30-jährige deutsch-französische Sängerin hat 2012 ihr offizielles Debut-Album „Beautiful, Wonderful, Powerful" herausgebracht. Dieses entstand in Zusammenarbeit mit dem fünfachen Grammy-Gewinner Israel Houghton. Die „reloaded" Version mit neuen Songs ist seit September 2013 auf dem Markt. Derzeit arbeitet sie an einem deutschsprachigen Album mit Musikern der Söhne Mannheims und ihrem langjährigem Produzenten Daniel Platisa. Deborah Rosenkranz singt seit ihrem neunten Lebensjahr und ist stark motiviert durch ihren Glauben an Gott. Sie engagiert sich im sozialen Bereich in zahlreichen Kampagnen wie der Anti-Gewalt-Kampagne „Wahre Helden", in Bosnien und in diversen Projekten für Kinder in Afrika. Mit dem Buch „So schwer sich leicht zu fühlen" dokumentiert sie Ihre Erfahrungen als sie im Alter von 16 Jahren an Magersucht erkrankte und wie sie die Krankheit besiegen konnte. Ihr Ziel ist es, jungen Frauen, die an Essstörungen leiden, Hoffnung zu geben und ihnen zu zeigen, dass man wieder gesund werden kann. Dies macht sie u.a. wenn sie im Rahmen von ihren Veranstaltungen „Music and Message" durch die Schweiz, Deutschland, Österreich und die USA tourt. Die Sängerin lebt sowohl in Stockach am Bodensee als auch in Horgen am Zürichsee.

Das Besondere am Angebot „power2be Bethanien"?
Das Angebot „power2be Bethanien" geht sehr einfühlsam auf die Besonderheiten im Wesen der betroffenen Menschen ein. Häufig sind es
Frauen, die sehr leistungsbewusst sind, gut in Strukturen „funktionieren", stark und schwach zugleich sind und über eine hohe Sensibilität verfügen. Sie haben ausserhalb von Strukturen oft ein Problem mit ihrer Selbstsicherheit und Selbstachtung und damit, sich wohl zu fühlen. Daher ist eine Betreuung, die ein Zuhause in der strukturfreien Zeit und über Nacht bietet ideal.

Darüber hinaus liegt „power2be Bethanien" ein ganzheitlicher Ansatz zugrunde: Was benötigen die Frauen, um sich von Ihrer Essstörung zu befreien? Welche Funktion erfüllt die Essstörung in ihrem Leben? Wie können Sie ihre Zukunft ohne die Essstörung konstruktiv gestalten?